Norwegen - von Kristiansand nach Alesund
Fjorde, Fjells und Wasserfälle - mit dem Camper durch Südnorwegen
Mai und Juni ist eine gute Zeit, Norwegen zu erkunden – kein Sommerurlaub und keine Erholungsreise, aber eine unvergessliche Tour.
Die Anreise – Tag 1 und 2
Von Kassel nach Kristiansand in Südnorwegen sind es 970 km. Wir nehmen die Strecke über Dänemark und die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand und machen einen Stopover in Aalborg.
Tipp
Zum Übernachten bietet sich Camping Strandparken etwas außerhalb von Aalborg an, Fähren gehen mehrmals am Tag von Hirtshals ab, zur Wahl steht die Colour Line und die Fjordline, die etwas günstiger ist. Beide brauchen etwa 4 Stunden.
Für einen kurzen Stopp lohnt sich nach der Überfahrt Mandal, ein hübsches Hafenstädtchen etwa 60 km westlich von Kristiansand. Ein kurzer Spaziergang bergauf bringt uns auf den Aussichtspunkt am Hausberg, von dem man einen weiten Blick über die Küste hat.
Übernachten kann man ca. 40 km weiter an unserem ersten Fjord – Flekkefjord - auf einem Wohnmobilstellplatz direkt am Wasser (es gibt dort Toiletten und Waschgelegenheiten!).
Weiter nach Norden - Tag 3 und 4
Die nächste Etappe führt uns über Egesund und Brusand nach Stavanger, ist nur ca. 130 km lang, aber dauert länger als erwartet. Sie führt durch spektakuläre Felsenlandschaften mit Blick auf Seen, Fjorde und reißende Flüsse bis an die Sandstrände um Brusand und schließlich nach Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens mit 150 000 Einwohnern und einem großen Hafen, in dem täglich Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Wir übernachten etwas außerhalb auf Mosvangen Camping, nur einen 30-minütigen, sehr schönen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt.
Für den zweiten Tag in Stavanger planen wir eine Fjordfahrt mit Brimm Tours, die umweltschonende Erkundungstouren auf Elektrobooten anbieten. Die Fahrt ist mit fast 70 € pro Person für 3 Stunden nicht günstig, aber ist ein einmaliges Erlebnis. Das Boot fährt tief in den Lysefjord hinein und kann so nah an die Felswände heranfahren, dass man sie fast berühren kann. Spektakulär ist dann auch der Blick von unten auf den Felsen Preikestolen, den wir am nächsten Tag besteigen wollen. Die Guides geben gut dosiert viele Informationen zur Entstehung der Fjorde, zur Ölförderung in Norwegen, zu Wikingern und zu den allgegenwärtigen Aquakultur-Anlagen.
Auf den Preikestolen – Tag 5
Das heutige Ziel ist der Preikestolen oder zu Deutsch der Predigerstuhl, einer der bekanntesten Instagramm-Hotspots der Welt. Jeder Norwegentourist will einmal auf der Felskante über dem Lysefjord stehen – die Fotos kennt fast jeder….
Wir erreichen den Campingplatz am Preikestolen nach der Fahrt durch ein 16,5 km langes und 200m tiefes Tunnelsystem. Um den Instagramm-Fans möglichst zu entgehen, wollen wir die 4 km bergauf erst am Nachmittag in Angriff nehmen – die Tage sind jetzt Anfang Juni schon lang und hell.
Schon unterwegs am Berg tun sich atemberaubende Blicke auf die Bucht von Stavanger auf, getoppt wird alles aber durch die Aussicht von dem 50x50m großen Felsmonolithen über dem Fjord. Obwohl sich der Trubel in Grenzen hält, muss man für ein Foto oder Selfie an der Felskante Schlange stehen.
Tipp
Die Wanderung zum Preikestolen beträgt hin und zurück 8 km – es geht zum Teil steil und felsig bergauf und man sollte unbedingt Wanderschuhe tragen und trittsicher sein. Das letzte Wegstück und die Annäherung an die – ungesicherte -Felskante sind eine Herausforderung für Menschen, die unter Höhenangst leiden…
Wanderschuhe und -stöcke kann man im Basecamp unterhalb des Einstiegs in den Wanderweg ausleihen!
Von Jorpeland zum Eidfjord – Tage 6 und 7
Wir fahren weiter von Jorpeland über Kinsarvik zum Eidfjord, vorbei an zahllosen Wasserfällen, Stabkirchen, idyllischen Örtchen und durch gebirgige Eiszeitlandschaften, die uns mehr als alles faszinieren. Auf einer Höhe von nur 600 bis 900 m führt die Nationale Landschaftsroute Hardanger in die Hardangervidda – Europas größte Hochebene mit verschneiten Gipfeln, noch zugefrorenen Seen und Schneefeldern.
Wir halten an unzähligen Wasserfällen, einer mächtiger als der andere – Steinsdalsfossen, Svandalsfossen, Skjervefossen, Lattefossen und fahren am Fjord entlang, der uns an den Lago Maggiore erinnert – statt von Palmen allerdings gesäumt von Apfelplantagen.
Nach einer feuchten Nacht in Kinsarvik erreichen wir das Fjorddreieck von Eidfjord, und Hardanger und übernachten in Sogndal.
Tipp
Der Touristen-Hotspot Flam ist der Ausgangspunkt der Flamsbana – eine der steilsten und landschaftlich spektakulärsten Eisenbahnstrecken Norwegens und ist entsprechend überlaufen. Unbedingt anfahren sollte man allerdings den Aussichtspunkt Stegastein auf 600 m über dem Aurfjord – möglichst vor einem der Busse, die Kreuzfahrtschiffgäste zu hunderten die Haarnadelkurven hinauf zum Aussichtspunkt befördern.
Wichtig – wie so oft zuvor: Die kurvige Strecke steil bergauf ist meist nur einspurig zu befahren. Mit großen Wohnmobilen dürfte die Strecke eine Herausforderung sein ……
Tag 8 und 9 – vom Hardangerfjord nach Geiranger
Von Sogndal starten wir an unserem 8. Tag über Lom zum Geirangerfjord – einer der Höhepunkte unserer Reise. Vorbei am Wasserfall Feigefossen fahren wir weiter auf der Landschaftsroute Sognefjellet. Durch eine beeindruckende Berglandschaft führt die Route bergauf bis auf den höchsten Straßenpunkt Skandinaviens auf 1400m und weiter durch eine schneebedeckte Eiszeitlandschaft mit Blick auf 2500m hohe Berge, vorbei an Skigebieten, in denen Langläufer ihre Runden drehen.
Bergab bietet sich eine Pause in Lom an, Ausgangspunkt für Wanderungen, Kletter- und Grottentouren in den Nationalpark Jotunheimen.
Wir biegen nach Nordwesten ab und erreichen über zahllose Serpentinen schließlich den legendären Geirangerfjord. Während an vielen Tagen zahllose Kreuzfahrtschiffe in dem kleinen Hafen anlanden und tausende von Besuchern den Ort überschwemmen, bleibt es bis zu unserer Weiterfahrt am nächsten Tag ruhig – durch das fast spiegelglatte Wasser des Fjordes ziehen nur kleine Fähren auf dem Weg nach Westen.
Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, als wir am nächsten Tag Richtung Andalsnes starten und über den Trollstiegen fahren. Die Aussicht auf die sich ins Tal schlängelnde Straße ist im Regen und Nebel nur zu erahnen, der spektakuläre Aussichtspunkt aus Stahl und Glas scheint ins Nichts zu führen ….
Am Nachmittag erreichen wir mit Andalsnes den nördlichsten Punkt unserer Reise, unser Etappenziel ist dann noch weiter westlich Alesund.
Tipp
Bevor man Geiranger erreicht, hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Aussichtspunkten, die ausnahmslos über enge Haarnadelkurven zu erreichen sind – die Dalsnibba-Aussicht oder die Flydalsjuvetaussicht.
Richtung Andalsnes passiert man die Gudbrandsjuvet-Aussicht. Den Trollstigen sollte man – besonders bei gutem Wetter unbedingt befahren und die einmalige Aussicht genießen.
Tag 10 und 11 - von Alesund zur Vogelinsel Runde
Alesund liegt auf einer zerklüfteten Halbinsel, umgeben von Bergen und wird das Venedig des Nordens genannt. Nachdem sie 1904 fast völlig abgebrannt war, wurde die Innenstadt Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts im Wikinger-Jugendstil neu aufgebaut. Auf 189 m bietet der Hausberg Aksla einen Blick auf den gesamten Archipel.
Nach einem Stadtbummel geht es weiter nach Fosnarvak, unserem Ausgangspunkt für eine Wanderung über die Vogelinsel Runde. Da Regen angesagt ist, weichen wir nach einer feuchten Nacht in Alesund heute in ein Hotel aus.
Die kleine Insel Runde ist ein El Dorado für Vogelliebhaber und Fotografen. Hunderttausende Seevögel brüten im Frühjahr auf deren Klippen – neben Trottellummen und Basstölpeln sind die Papageientaucher das interessanteste Fotomotiv.
Vom Umweltzentrum Miljocenter oder vom Parkplatz kurz vor dem kleinen Campingplatz führt eine ca. 2-stündige Wanderroute bergauf an die Klippen zu vielen Aussichtspunkten auf die Brutgebiete und die umliegenden Inseln, wenige Menschen sind tagsüber unterwegs, die Natur ist dank des Schutzgebietes wunderbar unberührt – ein echtes Highlight unserer Reise.
Auf der Weiterreise nach Maloy machen wir einen Abstecher zum Strand Reviksdalen und stehen mit offenem Mund vor einem langen, schneeweißen, unberührten, einsamen Strand mit unwirklich türkisblauem Wasser …. allerdings nur 10 Grad warm/kalt …. und das ist wieder einer der besonderen Momente dieser Reise.
Es geht weiter nach Steinvik, wo wir den Rest des Tages bei regnerischem Wetter dank einer perfekt ausgestatteten Küche und einem gemütlichen Aufenthaltsraum angenehm verbringen.
Tag 12 und 13 – von Balestrand nach Bergen
Am nächsten Morgen geht es bei Regen landeinwärts Richtung Balestrand, durch zahlreiche Tunnel und mit zwei Fährüberfahrten unter wetterbedingtem Verzicht auf eine spektakuläre Bergstrecke. Unsere Fahrt führt an Dutzenden von beeindruckenden Wasserfällen entlang, manche aufgrund der Fülle namenlos und ohne Aussichtsplattform, aber umso überraschender.
Balestrand, direkt am Sognefjord gelegen, ist ein nettes Städtchen mit einer der zahlreichen Stabkirchen und dem altehrwürdigen Kvikneshotel in besonders schöner Lage direkt am Fjord, dessen verspielte Holzfassade von vielen Bildern bekannt ist. (Dass sich dahinter ein seelenloser Gästetrakt befindet, sieht man auf den Influencer-Aufnahmen leider nicht ….)
Weiter am Fjord entlang Richtung Südwesten checken wir aufgrund der Wetterlage in einem kleinen, aber sehr netten Hotel am Fähranleger von Larvik ein, von dem es am nächsten Tag mit der Fähre Richtung Bergen weitergeht. Bergen ist die zweitgrößte norwegische Stadt mit knapp 300 000 Einwohnern und wird aufgrund ihrer Lage auch als „Tor zu den Fjorden“ bezeichnet.
Bergen – so sagt man – ist die Stadt mit den meisten Regentagen pro Jahr in Norwegen (angeblich 300!) und so begrüßt es uns natürlich äußerst feucht. Da wir auf die Wetterlage natürlich vorbereitet sind, erkunden wir die Stadt bei Dauerregen und besuchen die Altstadt Bryggen, den einstmaligen Handelsplatz der Hanseaten mit ihren farbenfrohen Holzhäusern und Weltkulturerbe, den Fähr- und den Stadthafen, in dem täglich mehrere Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Bei Sostrene Haegelin – ein Tipp aus dem Reiseführer – wärmen wir uns mit einer Fischsuppe auf, in der Altstadt testen wir die hiesigen Zimtschnecken, ein schon liebgewonnenes Ritual.
Tipp: Gut gelegen und komfortabel ist das Hotel Zander K, im nahegelegenen städtischen Parkhaus parkt man für 280 NKK.
Tag 14 – Sonnenschein in Bergen
Der heutige Tag überrascht uns mit strahlendem Sonnenschein – einer von 11 regenlosen Tagen im Juni – und die graue Stadt am Meer strahlt auf einmal.
Da Bergen auch als Stadt der sieben Berge bekannt ist, geht es natürlich mit der Floyenbahn hinauf auf einen der Hausberge der Stadt auf 340m. Uns überrascht ein einmaliges Panorama von einer schön gestalteten Aussichtsplattform, im Hintergrund ein Hotelrestaurant und auf den Wegen die Floyenziegen, die sich geduldig von vielen Besuchern streicheln lassen. Von der Bergstation der Standseilbahn kann man auf die anderen Berge und Hügel wandern oder gemächlich nach Bergen hinunterlaufen.
Wir nehmen uns die Zeit leider nicht und machen uns am Nachmittag auf nach Süden. Durch zahllose Tunnel, über Brücken und einer längeren Fährfahrt (45 Min.) erreichen wir am Nachmittag die Gemeinde Haugesund und checken bei schönstem Sonnenwetter auf einem der vielen wunderbaren Campingplätze ein. Endlich ermöglich das Wetter einmal, am Platz zu kochen und bei einem Spaziergang entlang der Küste den Sonnenuntergang – heute um 22.48! – zu genießen.
Tag 15 bis 17 – Oslo
Heute brechen wir zu einer längeren Fahrt auf, die uns an die östliche Küste Norwegens nach Oslo führen wird. Die Fahrt führt wieder durch Gletscherlandschaften und zahlreiche – zurzeit natürlich verwaiste – Skigebiete.
Die erste Nacht in Oslo verbringen wir auf einem großen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt, von dem die Innenstadt in nur 40 Minuten mit der Stadtbahn zu erreichen ist. Da wir die nächsten beiden Tage ein Hotel gebucht haben, parken wir den Van schon in Sichtweite der Unterkunft und machen uns zu Fuß auf, die Skisprungschanze Holmenkollen zu erkunden. Durch das Skimuseum in der Schanze gelangt man per Seilbahn auf die oberste Plattform der Schanze, die einen grandiosen Blick auf Oslo erlaubt.
Mit der Stadtbahn erreichen wir für kleines Geld in nur 25 Minuten die Innenstadt der norwegischen Hauptstadt, mit über 700 000 Einwohnern auch die größte und am dichtesten besiedelte Stadt Norwegens.
An unserem ersten Tag in Oslo besuchen wir die Hafenfront, das hippe Viertel Tjurholmen, die Innenstadt und das grandiose Opernhaus direkt am Stadthafen. Die Stadt gefällt uns sehr – sie hat architektonisch viel zu bieten, die Atmosphäre ist sehr entspannt bei dem heutigen sonnigen Wetter.
In Oslo haben wir das Scandic Holmenkollen gebucht, das nur einen kurzen Weg unterhalb der Skisprungschanze liegt und – zumindest der alte Teil – fast vollständig aus Holz gebaut ist. Vom historischen Gebäude im Vordergrund hat man einen tollen Blick auf Oslo. Leider liegt unser Zimmer in einem der hinteren Gebäuden mit Blick auf die Rückseite der teureren Unterkünfte mit Weitblick ….
Schreck am Abend – wir haben unseren Autoschlüssel vermutlich in der Stadtbahn verloren. Glücklicherweise verfügen wir über einen Zweitschlüssel und können unser Gepäck aus dem Bus holen, sind aber dennoch sehr besorgt und laufen unseren Heimweg mehrere Male ab – ohne Erfolg. Glücklicherweise kann man auf der Homepage des norwegischen Nahverkehrs eine Suchanzeige eingeben, was sich als Glücksfall herausstellt.
Schon früh am nächsten Morgen erreicht uns eine Mail, dass der Schlüsselbund gefunden wurde – wie vermutet in der Bahn – und zur Abholung bereit liegt.
Das Abholen des Schlüssels ist dann natürlich unsere erste Aktion am heutigen Tag, der wieder kühl und regnerisch ist. Das ist der ideale Tag für norwegische Kunst und so besuchen wir das Nationalmuseum mit seiner umfangreichen Sammlung von norwegischen und internationalen Künstlern seit dem 17. Jahrhundert. Wir bewundern Werke von Edvard Munch, sehen auch Werke von Degas, Manet, Monet, Picasso, Modigliani, den Malern des Blauen Reiters, Skulpturen von Moore und eine Ausstellung zu nachhaltigem Bauen.
Mitten im Museum kann man zwischen Skulpturen und Gemälden Kaffee trinken und einen Happen essen, bei Sonne lädt eine große Dachterrasse zum Ausruhen ein – heute bei Regen leider nicht!
Aufgrund des Wetters kehren wir relativ früh ins Hotel zurück und verbringen dort den Abend.
Tag 18
Heute ist das Wetter wieder makellos und sonnig – Norwegen kann diese Wechsel wirklich sehr gut. Zum Abschied von Oslo fahren wir nochmal bergauf zu einem der vielen Aussichtspunkte auf dem Holmenkollen und genießen einen letzten Blick auf Oslo.
Auf der Fahrt Richtung Süden schlägt das Wetter leider wieder um und wir fahren durch ein Unwetter. Da wir heute wieder campen wollen, sind wir wenig begeistert. Doch wir finden einen etwas abgelegenen Campingplatz auf einer Landzunge in der Nähe von Grimstad, dessen schöner Name ‚Marivold‘ hält, was er verspricht. Der Platz – fast menschleer, liegt fantastisch auf einer Halbinsel umgeben von Schären, die zum Teil mit Holzbrücken verbunden sind, so dass wir – wieder bei schönstem Wetter – einen langen Abendspaziergang machen können.
Tag 19 und 20 - die Rückfahrt
Obwohl der Ort paradiesisch ist und man eigentlich bleiben sollte, hat bei uns langsam etwas Heimweh eingesetzt. Das Leben im Bus ist bei nicht ganz optimalem Wetter manchmal mühsam, der Rücken sehnt sich nach der heimischen Matratze und die Wäsche geht uns aus….
Nach kurzem Einkaufsstopp in Grimstad fahren wir nach Kristianssand und nehmen am frühen Nachmittag die Fähre nach Dänemark. Für die Übernachtung fahren wir den gleichen Campingplatz wie bei der Anreise an und übernachten dort.
Eigentlich planen wir, noch einige Tage in Dänemark zu bleiben und einige Orte anzufahren, die wir von unserer letzten Dänemark-Tour kennen, doch die Wetter-App zeigt nur eines – viel Regen und davon hatten wir nun schon reichlich …. also nach Hause. Wir legen noch einen Boxenstopp in Glücksburg ein, wo wir uns eine Hotelnacht spendieren und Fish and Chips im Strandrestaurant. Am darauffolgenden Tag endet unser Norwegen/Dänemark und wir fahren den heimischen Stellplatz an.
Nützliches für eine Camper-Tour durch Südnorwegen
Unterwegs
Für das Befahren von Autobahnen, Tunnel und beim Nutzen einiger Fähren wird das Kennzeichen des Fahrzeugs erfasst und Mautgebühren erhoben. Man kann vorab einen Epass oder Mautchip erwerben und spart 10% bis 20% der Gebühren – Infos über autopass.no/en. Wir haben vorab keinen Epass erworben – ca. 4 Wochen nach der Tour wurden die Gebühren dann per Rechnung erhoben – zu unserer Überraschung nur etwa 70€.
Zur Zeit unserer Tour lagen die Spritpreise für Diesel etwas unter dem deutschen Mittel.
Campingplätze
Da wir mit unserem Camper nicht autark sind, haben wir bis auf eine Ausnahme auf Campingplätzen übernachtet – bis auf den städtischen Platz in Alesund waren alle Plätze sehr gut ausgestattet. Es gab immer geheizte Sanitäranlagen, Waschmaschinen und Trockner, und (siehe unten) Küchen und Aufenthaltsräume. Die Preise lagen für einen kleinen Camper und 2 Erwachsene bei 40 bis 50 €.
Es gibt daneben zahlreiche WoMoStellplätze – teilweise an wirklich schönen Stellen und für kleines Geld, manchmal auch mit einem kleinen Sanitärblock, was auch das Übernachten mit einem kleinen Camper möglich macht.
Lebenshaltung
Man muss in Norwegen beim Einkaufen von Lebensmitteln um etwa 1/3 höhere Kosten rechnen. Es lohnt sich, auf einheimische Produkte zurückzugreifen – Käse, Milchprodukte, Wurstwaren etc. – diese sind in der Regel günstiger.
Verpflegung
Selbst auf den Touristenstrecken, die wir befahren haben, gibt es sehr wenige, teilweise keine Restaurants, so dass man sich auf die Camper Küche zurückgreifen muss. Hilfreich ist dabei, dass jeder Campingplatz, auf dem wir standen, über eine Küche mit mehreren Kochstellen verfügte, oft mit einem Aufenthaltsraum. Man kann sich also selbst bei schlechtem Wetter eine Mahlzeit zubereiten und verzehren. Eine Vielzahl von Restaurants findet man natürlich in den Städten, wobei man selbst für einfache Gerichte mit weit höheren Preisen rechnen muss als in anderen Ländern – eine einfache Fischsuppe ca. 20€, Fish and Chips über 30€, eine Pizza nicht unter 25€, ein Fischgericht um 50€.
Einige Supermarktketten verfügen über gut sortierte Salatbars und warme Theken, an denen man mittags und zum Abendessen fertige Gerichte zum Mitnehmen kaufen kann – Suppen, Fleisch- und Fischgerichte. Die Preise liegen weit unter Restaurantpreisen und das Essen war immer hochwertig und schmackhaft.
Alkohol gibt es nur in lizensierten Geschäften und ist weitaus teurer als in Deutschland (ein Bier 0,5l. 12 € im Restaurant).
Land und Leute
Unsere Kontakte zu Einheimischen waren mit Ausnahme vom Personal der Campingplätze und Geschäfte sehr rar. Norwegische Mitcamper grüßen einmal kurz und knapp und gehen dann ihrer Wege. Das war ein bisschen schade, ist aber sicher verständlich, wenn man auf touristischen Pfaden unterwegs ist, die stark frequentiert sind.
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Ein Fazit
Die Fahrt durch Südnorwegen war die schönste Tour, die wir bisher gefahren sind. Die Landschaften sind überwältigend und einzigartig und es gibt noch so vieles, was wir nicht gesehen haben. Im Nachhinein haben wir bereut, dass wir etwas ruhelos unterwegs waren und nicht an jedem Stopp länger geblieben sind, um zu wandern oder Ausflüge zu machen.
Das werden wir beherzigen, wenn wir die Tour Richtung Norden im nächsten oder übernächsten Jahr fortsetzen …